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Wie lässt sich Überspannungsschutz sowohl auf der Wechselstrom- als auch auf der Gleichstromseite einer PV-Anlage integrieren?

2026-06-22 12:00:00
Wie lässt sich Überspannungsschutz sowohl auf der Wechselstrom- als auch auf der Gleichstromseite einer PV-Anlage integrieren?

Integration eines schlagwellenschutzgerät die Integration in ein Photovoltaiksystem ist nicht einfach eine Frage des Ansteckens einer Komponente und Weitermachens. Sie erfordert einen gezielten, ingenieurtechnisch fundierten Ansatz, der die besonderen elektrischen Eigenschaften sowohl der Wechselstrom- als auch der Gleichstromseite der Anlage berücksichtigt. Blitzinduzierte Überspannungen, Schaltstöße und Netzstörungen können alle zerstörerische Spannungsspitzen erzeugen, die sich durch das System fortpflanzen und Wechselrichter, Kombinationskästen, Überwachungsausrüstung und sogar die PV-Module selbst beschädigen. Ohne eine sachgerechte Platzierung von Überspannungsschutzgeräten auf beiden Seiten kann bereits ein einziger Überspannungsvorgang zu kostspieligen Ausfallzeiten und dem Austausch von Geräten führen.

surge protection device

Dieser Artikel erläutert die vollständige Integrationslogik für den Einsatz von Überspannungsschutzgeräten sowohl auf der Gleichstrom-Seite (DC-String und -Array) als auch auf der Wechselstrom-Seite (Netzanschluss) einer Photovoltaikanlage. Ob Sie eine gewerbliche Dachanlage oder ein netzgekoppeltes Großprojekt im Freiland planen – es ist entscheidend, zu verstehen, wo jedes Überspannungsschutzgerät platziert werden muss, wie die richtigen Spezifikationen ausgewählt werden und wie diese Komponenten korrekt verdrahtet und gewartet werden, um die langfristige Zuverlässigkeit des Systems sicherzustellen. Die hier gegebenen Empfehlungen basieren auf praktischer Felderfahrung und orientieren sich an den Normen IEC 61643 und IEC 62305, die den Überspannungsschutz in photovoltaischen Anlagen regeln.

Verständnis der Überspannungsrisiken in PV-Anlagen

Warum PV-Anlagen besonders anfällig sind

Photovoltaikanlagen sind kontinuierlich der Außenumgebung ausgesetzt, wodurch sie grundsätzlich anfällig für Blitzeinschläge und atmosphärische Entladungen sind. Die langen Kabelstrecken zwischen den PV-Modulen und den Wechselrichtern wirken wie Antennen und fangen induzierte elektromagnetische Energie von nahe gelegenen Blitzschlägen auf – selbst dann, wenn kein direkter Einschlag erfolgt. Diese induzierte Energie breitet sich als transiente Überspannung sowohl entlang der Gleichstromkabel vom Modul als auch entlang der Wechselstromkabel zum Netzanschlusspunkt aus.

Auf der Gleichstromseite kann die Leerlaufspannung einer PV-String bereits unter Standardbedingungen mehrere hundert Volt betragen. Wenn eine transiente Spannung zu dieser Grundspannung hinzukommt, kann der resultierende Spannungsspitzenwert leicht die Durchhaltefähigkeit der Wechselrichter-Eingangsstufen, der Bypass-Dioden und verteilerkasten komponenten. Auf der Wechselstromseite führen Netzschaltvorgänge, Schaltvorgänge von Kondensatorbänken und Netzausfälle zu schnellansteigenden Überspannungen, die die Ausgangsstufe des Wechselrichters sowie angeschlossene Mess- oder Kommunikationsgeräte beschädigen können.

Ein ordnungsgemäß ausgewähltes und installiertes Überspannungsschutzgerät auf jeder Seite leitet diese Überspannungen ab, bevor sie empfindliche Elektronik erreichen. Das Gerät begrenzt die Spannung auf ein sicheres Niveau und leitet den Überspannungsstrom in die Erde ab, wodurch die nachgeschaltete Ausrüstung geschützt wird. Ohne diese Schutzschicht kann bereits eine moderate Überspannung die Isolation schädigen, unerwünschte Auslösungen verursachen oder zu einem sofortigen Komponentenausfall führen.

Die zweiseitige Natur der Überspannungsbelastung bei PV-Anlagen

Einer der häufigsten Fehler bei der Planung des Überspannungsschutzes für Photovoltaikanlagen besteht darin, das System als hätte nur einen einzigen anfälligen Punkt. Tatsächlich können Überspannungen jedoch von beiden Seiten eindringen: Ein Blitzereignis in der Nähe der Anlage führt Energie in die Gleichstromseite ein, während eine Netzstörung oder das Schalten einer benachbarten industriellen Last Energie von der Wechselstromseite her einführt. Beide Wege müssen unabhängig voneinander geschützt werden – jeweils mit einem dedizierten Überspannungsschutzgerät an jeder Stelle.

Der Wechselrichter befindet sich zwischen diesen beiden Seiten und stellt bei den meisten Photovoltaikanlagen die teuerste Einzelkomponente dar. Gleichzeitig ist er auch am anfälligsten, da seine Leistungselektronik während des Normalbetriebs nahe ihren Spannungsgrenzen arbeitet. Ein Überspannungsschutzgerät an den Gleichstrom-Eingangsklemmen des Wechselrichters sowie ein weiteres an den Wechselstrom-Ausgangsklemmen schafft eine schützende Umhüllung um diese kritische Komponente. Dieser zweiseitige Ansatz ist für Anlagen in Regionen mit hohem Blitzrisiko oder für jede Installation, bei der Ausfallkosten erheblich sind, zwingend erforderlich.

Integration der Überspannungsschutzeinrichtung auf der Gleichstromseite

Platzierung im Stringkombinationskasten

Der erste und wichtigste Ort für eine Überspannungsschutzeinrichtung auf der Gleichstromseite ist am String combiner-Box , auch als DC-Kombinationskasten oder Array-Anschlusskasten bezeichnet. Hier werden mehrere PV-Strings zusammengeführt, bevor die kombinierte Gleichstromausgabe zum Wechselrichter geleitet wird. Durch die Platzierung einer Überspannungsschutzeinrichtung an dieser Stelle werden transiente Spannungen bereits am frühestmöglichen Punkt der Gleichstromschaltung abgefangen und deren Weiterleitung in das System verhindert.

Für diese Position muss das Überspannungsschutzgerät für die maximale Gleichstrom-Leerlaufspannung des Arrays unter ungünstigsten Temperaturbedingungen ausgelegt sein. Für Systeme mit einer Betriebsspannung von 1000 V DC muss das Gerät eine Spannungsschutzauslegung und eine maximale Dauerbetriebsspannung aufweisen, die diesen Wert deutlich überschreiten. Zu den gängigen Ausführungen in großtechnischen und gewerblichen Photovoltaik-Anlagen zählen Varianten mit 1000 V DC und 1500 V DC sowie Impulsstromnennwerten von 20 kA oder 40 kA, abhängig von der Blitzschutzzone-Klassifizierung des Standorts.

Das Überspannungsschutzgerät im Wechselrichter-Verteilerkasten sollte zwischen jedem Gleichstrompol und dem Schutzleiter angeschlossen werden. Bei einer Zweipol-Konfiguration bedeutet dies ein Gerät zwischen der positiven Leitung und der Erdung sowie ein weiteres Gerät zwischen der negativen Leitung und der Erdung. Einige Installationen verwenden ein Dreipol- oder kombiniertes Gerät, das beide Pole gleichzeitig schützt. Die Wahl hängt von der System-Erdungsart und dem spezifischen Konstruktionsdesign des Überspannungsschutzgeräts ab.

Platzierung am DC-Eingang des Wechselrichters

Selbst wenn ein Überspannungsschutzgerät am Kombinationskasten installiert ist, wird dringend empfohlen, ein zweites Gerät an den Gleichstrom-Eingangsanschlüssen des Wechselrichters zu installieren, insbesondere bei Systemen mit langen Kabelstrecken zwischen dem Kombinationskasten und dem Wechselrichter. Die Kabelinduktivität begrenzt die Wirksamkeit eines entfernt installierten Überspannungsschutzgeräts beim Abschneiden eines schnell ansteigenden transienten Spannungsstoßes an den Wechselrichtereingangsanschlüssen. Die Restspannung, die am Wechselrichtereingang nach Auslösung des Geräts im Kombinationskasten auftritt, kann immer noch hoch genug sein, um die Eingangskondensatoren und IGBT-Module des Wechselrichters zu belasten.

Das Überspannungsschutzgerät am Gleichstrom-Eingang des Wechselrichters fungiert als zweite Verteidigungslinie und fängt jegliche verbleibende transiente Energie ab, die vom vorgelagerten Gerät nicht vollständig absorbiert wurde. Dieser gestufte Ansatz, der manchmal als Koordinierungsschema Typ 1 plus Typ 2 bezeichnet wird, ist in gut konstruierten Photovoltaik-Anlagen Standardpraxis. Das Gerät am Wechselrichter-Eingang ist typischerweise ein Überspannungsschutzgerät vom Typ 2 mit einer niedrigeren Ableitstromstärke, da das vorgelagerte Gerät bereits den Großteil der Überspannungsenergie absorbiert hat.

Die korrekte Verdrahtung des Überspannungsschutzgeräts auf der Gleichstromseite ist entscheidend. Die Verbindungsleitungen zwischen dem Gerät und dem Gleichstrom-Bus sollten so kurz wie möglich sein – idealerweise unter 50 cm –, um den induktiven Spannungsabfall zu minimieren, der sich zur Begrenzungsspannung addiert, die am Wechselrichter wirksam wird. Die Verwendung möglichst kurzer Anschlussleitungen sowie das Vermeiden unnötiger Biegungen in den Verbindungsleitungen sind praktische Maßnahmen, die die Wirksamkeit der Installation des Überspannungsschutzgeräts deutlich verbessern.

Integration der Überspannungsschutzeinrichtung an der Wechselstromseite

Platzierung am Wechselstromausgang des Wechselrichters

An der Wechselstromseite ist die primäre Position für eine Überspannungsschutzeinrichtung der Wechselstromausgang des Wechselrichters, typischerweise innerhalb oder unmittelbar neben der Wechselstrom-Trennstelle oder dem Kombinationsverteiler. Diese Position schützt die Ausgangsstufe des Wechselrichters vor transitorischen Spannungsstößen aus dem Netz und schützt zudem jegliche Überwachungs-, Mess- oder Kommunikationsgeräte, die an diesem Punkt mit dem Wechselstrombus verbunden sind.

Die für die Wechselstromseite ausgewählte Überspannungsschutzeinrichtung muss für die Wechselspannung des Systems ausgelegt sein, die bei den meisten gewerblichen und industriellen Photovoltaikanlagen typischerweise 230 V einphasig oder 400 V dreiphasig beträgt. Die Einrichtung muss zudem mit der Netzfrequenz kompatibel sein und eine maximale Dauerbetriebsspannung aufweisen, die normale Netzspannungsschwankungen berücksichtigt. Bei dreiphasigen Systemen ist eine dreipolige oder vierpolige Überspannungsschutzeinrichtung erforderlich, die alle Außenleiter sowie den Neutralleiter abdeckt.

Die Impulsstromnennleistung für das Überspannungsschutzgerät auf der Wechselstromseite ist anhand der Blitzschutzzone und der Entfernung vom Hauptanschlusspunkt zu wählen. Ein Überspannungsschutzgerät der Typklasse II mit einer Impulsstromnennleistung von 20 kA oder 40 kA ist für die meisten PV-Wechselstromausgangsanwendungen geeignet. Bei Installationen in einer Blitzschutzzone mit hohem Risiko oder bei langen Wechselstromkabelstrecken zum Hauptverteiler kann auf Ebene des Hauptverteilers ein Überspannungsschutzgerät der Typklasse I mit einer höheren Impulsstromnennleistung erforderlich sein.

Platzierung am Hauptwechselstromverteiler oder am gemeinsamen Kopplungspunkt

Bei größeren PV-Anlagen, die in einen Hauptverteiler oder einen gemeinsamen Kopplungspunkt mit anderen Verbrauchern einspeisen, bietet ein zusätzliches Überspannungsschutzgerät auf der Verteilerebene einen systemweiten Schutz. Dieses Gerät leitet Überspannungen ab, die von der Netzseite her eindringen, und verhindert, dass diese nicht nur den Wechselrichter, sondern auch andere empfindliche Verbraucher, die an denselben Verteiler angeschlossen sind, erreichen.

Die Koordination zwischen dem Überspannungsschutzgerät am Wechselstromausgang des Wechselrichters und dem Gerät am Hauptverteiler folgt derselben gestuften Logik wie auf der Gleichstromseite. Das Gerät auf Verteilerebene, typischerweise ein Typ-1-Gerät oder ein kombiniertes Typ-1- und Typ-2-Gerät, leitet die anfängliche Hochenergieüberspannung ab, während das Gerät auf Wechselrichterebene die verbleibende Energie auffängt. Dieser mehrschichtige Ansatz stellt sicher, dass kein einzelnes Gerät überlastet wird und der Schutz über einen breiten Bereich von Überspannungsamplituden und -wellenformen hinweg wirksam bleibt.

Bei der Auswahl der Überspannungsschutzeinrichtung für den Hauptverteiler ist es wichtig, zu überprüfen, ob die Spannungsschutzebene der Einrichtung mit der Stoßspannungsfestigkeit des Wechselrichters und anderer angeschlossener Geräte abgestimmt ist. Die Schutzebene der Überspannungsschutzeinrichtung muss niedriger als die Stoßspannungsfestigkeit der Geräte sein, um sicherzustellen, dass die Einrichtung die transiente Spannung unterdrückt, bevor sie Schäden verursachen kann. Diese Abstimmungsprüfung ist ein zwingender Schritt bei jeder professionellen Planung des Überspannungsschutzes für Photovoltaikanlagen.

Erdung, Verkabelung und Installationsbest Practices

Die Rolle eines niederohmigen Erdungssystems

Ein Überspannungsschutzgerät kann seine Funktion nur dann wirksam erfüllen, wenn es über einen niederohmigen Erdpfad verfügt, durch den es Überspannungsströme ableiten kann. Das Erdungssystem der Photovoltaikanlage ist daher genauso wichtig wie das Überspannungsschutzgerät selbst. Eine hochohmige oder schlecht verbundene Erdverbindung führt dazu, dass am Überspannungsschutzgerät während des Betriebs eine hohe Spannung an seinen Anschlüssen entsteht, wodurch dessen Wirksamkeit verringert wird und schädliche Spannungen möglicherweise bis zu den geschützten Geräten durchgelassen werden.

Für Photovoltaik-Anlagen sollte das Erdungssystem eine eigene Erdungselektrode am Standort des Modulfelds umfassen, die mit dem strukturellen Montagesystem und dem Erdungsanschluss des Überspannungsschutzgeräts (USG) auf der Gleichstromseite verbunden ist. Das USG auf der Wechselstromseite muss mit dem zentralen Schutzerdungsleiter des Gebäudes oder der Anlage verbunden sein. Alle Erdverbindungen sollten Leiter in geeigneter Querschnittsgröße verwenden, typischerweise 6 mm² oder größer für die Erdungsleitungen der Überspannungsschutzgeräte, um den Impulsstrom ohne nennenswerten Spannungsabfall zu bewältigen.

Ein Potentialausgleich zwischen der Gleichstrom-Erdung, der Wechselstrom-Erdung und der strukturellen Erdung des Photovoltaik-Montagesystems ist unerlässlich, um ein Ansteigen des Erdpotentials während eines Überspannungsvorgangs zu verhindern. Wenn verschiedene Teile des Systems während eines transienten Vorgangs unterschiedliche Erdpotentiale aufweisen, kann die Spannungsdifferenz zwischen ihnen Geräte beschädigen – selbst wenn jedes einzelne Überspannungsschutzgerät korrekt funktioniert. Ein einheitliches, niederohmiges Erdungssystem beseitigt dieses Risiko.

Überwachung und Wartung installierter Geräte

Ein Überspannungsschutzgerät ist ein verbrauchsbereites Schutzelement. Bei jedem Überspannungsereignis, das es absorbiert, wird ein Teil seiner Schutzkapazität verbraucht. Nach einem starken Blitzereignis oder einer Serie kleinerer Überspannungen kann das Gerät das Ende seiner Einsatzdauer erreicht haben und muss ausgetauscht werden. Die meisten modernen Überspannungsschutzgeräte produkte verfügen über eine visuelle Statusanzeige, typischerweise ein Fenster, das seine Farbe ändert, oder eine Flagge, die herunterfällt, um anzuzeigen, dass das Gerät degradiert ist und ausgetauscht werden muss.

Die Integration von Statusprüfungen der Überspannungsschutzgeräte in den regelmäßigen Wartungsplan der PV-Anlage ist eine einfache, jedoch häufig übersehene Maßnahme. Eine vierteljährliche Sichtprüfung aller installierten Geräte in Verbindung mit einer Nachsturm-Prüfung nach jedem signifikanten Blitzereignis in der Region stellt sicher, dass der Schutz weiterhin wirksam bleibt. Einige fortschrittliche Modelle von Überspannungsschutzgeräten verfügen über Fernüberwachungskontakte, die in die SCADA- oder Überwachungsplattform des Systems eingebunden werden können, um automatisch Warnmeldungen auszulösen, sobald ein Gerät ausgetauscht werden muss.

Der Austausch eines degradierten Überspannungsschutzgeräts sollte unverzüglich erfolgen. Der Betrieb einer PV-Anlage mit einem ausgefallenen Überspannungsschutzgerät auf der Wechselstrom- oder Gleichstromseite führt dazu, dass Wechselrichter und zugehörige Komponenten vollständig dem nächsten transitorischen Ereignis ausgesetzt sind. Angesichts der vergleichsweise geringen Kosten eines Überspannungsschutzgeräts im Verhältnis zu den Kosten für einen Wechselrichteraustausch oder Ausfallzeiten der Anlage ist eine rechtzeitige Wartung eine einfache wirtschaftliche Entscheidung.

Die richtige Überspannungsschutzeinrichtung für Photovoltaik-Anwendungen auswählen

Wichtige elektrische Parameter zur Bewertung

Die Auswahl der richtigen Überspannungsschutzeinrichtung für eine Photovoltaik-Anwendung erfordert die Bewertung mehrerer wichtiger elektrischer Parameter. Die maximale Dauerbetriebsspannung der Einrichtung muss die höchste Spannung überschreiten, die unter normalen Betriebsbedingungen – einschließlich aller zulässigen Netzschnittstellenspannungstoleranzen – an ihren Anschlüssen auftritt. Bei Geräten auf der Gleichstromseite bedeutet dies, dass die maximale Leerlaufspannung des PV-Arrays bei der niedrigsten erwarteten Umgebungstemperatur berücksichtigt werden muss, da die Spannung der PV-Module mit sinkender Temperatur zunimmt.

Der Nennentladestrom und die maximale Impulsstrom-Bewertung bestimmen, wie viel Überschussenergie das Überspannungsschutzgerät bewältigen kann. Diese Bewertungen müssen an die Klassifizierung der Blitzschutzzone des Installationsortes angepasst werden, die sich aus der lokalen Blitzschlagdichte am Erdboden sowie den baulichen Gegebenheiten der Struktur ergibt. Ein Überspannungsschutzgerät mit einer Impulsstrom-Bewertung von 40 kA bietet eine höhere Sicherheitsreserve als ein Gerät mit 20 kA und ist für exponierte Standorte oder hochwertige Installationen geeignet.

Die Spannungsschutzebene der Überspannungsschutzvorrichtung, angegeben in Kilovolt, gibt die maximale Spannung an, die während eines standardisierten Überspannungs-Tests an den Anschlüssen der Vorrichtung auftritt. Dieser Wert muss niedriger sein als die Stoßspannungsfestigkeit der zu schützenden Geräte. Bei PV-Wechselrichtern ist die Stoßspannungsfestigkeit des Gleichstrom-Eingangs typischerweise in der Produktdatenblatt angegeben, und die Überspannungsschutzvorrichtung muss so ausgewählt werden, dass ihre Schutzebene eine ausreichende Sicherheitsreserve unter diesem Wert bietet.

Konformitätsstandards und Zertifizierungsanforderungen

Für Photovoltaik-Anwendungen muss die Überspannungsschutzeinrichtung den Normen IEC 61643-11 für Geräte auf der Wechselstromseite und IEC 61643-31 für Geräte auf der Gleichstromseite entsprechen. Diese Normen definieren die Prüfverfahren, Leistungsanforderungen und Kennzeichnungsanforderungen für Überspannungsschutzgeräte, die jeweils in Niederspannungs-Stromversorgungssystemen und Photovoltaik-Anlagen eingesetzt werden. Die Einhaltung dieser Normen stellt sicher, dass das Gerät unabhängig geprüft und unter standardisierten Überspannungsbedingungen nachgewiesen wurde, dass es wie spezifiziert funktioniert.

Zusätzlich zur Einhaltung der IEC-Normen verlangen viele Märkte und Projektvorgaben für Überspannungsschutzeinrichtungen in Photovoltaik-Systemen die CE-Kennzeichnung und die TÜV-Zertifizierung. Diese Zertifizierungen bieten zusätzliche Sicherheit hinsichtlich Produktqualität und Fertigungskonsistenz. Bei der Spezifikation einer Überspannungsschutzeinrichtung für ein gewerbliches oder netzparalleles Photovoltaik-Projekt ist die Überprüfung, ob das Produkt die für den Zielmarkt erforderlichen Zertifizierungen besitzt, ein wichtiger Schritt im Beschaffungsprozess.

Einige Netzbetreiber und Versicherungsanbieter haben spezifische Anforderungen an die Installation von Überspannungsschutzgeräten in netzgekoppelten PV-Anlagen. Die frühzeitige Prüfung dieser Anforderungen im Rahmen der Planung gewährleistet, dass das ausgewählte Überspannungsschutzgerät alle geltenden Normen erfüllt und die Installationsmethode den lokalen elektrischen Vorschriften entspricht. Nicht konforme Installationen können bei der Genehmigung der Netzanschlussnahme oder bei Versicherungsansprüchen nach einem überspannungsbedingten Schadensereignis Probleme verursachen.

Häufig gestellte Fragen

Benötige ich ein Überspannungsschutzgerät sowohl auf der Wechselstrom- als auch auf der Gleichstromseite meiner PV-Anlage?

Ja. Überspannungen können von beiden Seiten in ein PV-System eindringen – von der Anlagenseite bei Blitzereignissen oder von der Netzseite bei Schalttransienten. Die Installation eines Überspannungsschutzgeräts nur auf einer Seite lässt den Wechselrichter und die zugehörige Ausrüstung den Transienten von der nicht geschützten Seite aus weiterhin ausgesetzt. Eine umfassende Schutzstrategie erfordert ein Überspannungsschutzgerät am DC-Kombinierer oder am DC-Eingang des Wechselrichters sowie ein weiteres am AC-Ausgang des Wechselrichters oder im Hauptverteiler.

Welche Spannungsabstufung sollte ich für ein Überspannungsschutzgerät auf der DC-Seite wählen?

Das Überspannungsschutzgerät muss eine maximale Dauerbetriebsspannung aufweisen, die die maximale Leerlaufspannung des PV-Arrays unter den kältesten erwarteten Temperaturbedingungen übersteigt. Für Systeme, die für einen Betrieb bei 1000 V DC ausgelegt sind, ist ein Überspannungsschutzgerät mit einer Nennspannung von 1000 V DC oder höher erforderlich. Für 1500 V DC-Systeme muss ein Gerät mit einer Nennspannung von 1500 V DC verwendet werden. Bei der Auswahl der Gerätenennspannung ist stets ein Sicherheitszuschlag oberhalb der berechneten maximalen Arrayspannung einzuplanen.

Wie oft sollte ich ein Überspannungsschutzgerät in einer PV-Anlage inspizieren oder austauschen?

Eine visuelle Inspektion aller installierten Überspannungsschutzgeräte sollte mindestens vierteljährlich und nach jeder signifikanten Blitzaktivität in der Region durchgeführt werden. Die meisten Geräte verfügen über einen Statusindikator, dessen Erscheinungsbild sich ändert, sobald das Gerät beeinträchtigt wurde. Jedes Überspannungsschutzgerät, das eine Fehleranzeige zeigt, ist umgehend zu ersetzen. Auch ohne sichtbare Alterung kann ein Austausch der Geräte in Regionen mit hoher Blitzaktivität alle fünf bis sieben Jahre als vorbeugende Maßnahme sinnvoll sein.

Kann ich ein Standard-Wechselstrom-Überspannungsschutzgerät auf der Gleichstromseite einer PV-Anlage verwenden?

Nein. Standard-Wechselstrom-(AC-)Überspannungsschutzgeräte sind für Gleichstrom-(DC-)Anwendungen nicht geeignet. Gleichstromkreise weisen keine natürliche Strom-Null-Durchgangsstelle auf, was bedeutet, dass ein Überspannungsschutzgerät, sobald es mit der Leitung beginnt, den Folgestrom aktiv unterbrechen muss, um einen dauerhaften Lichtbogen zu vermeiden. Für Gleichstrom ausgelegte Überspannungsschutzgeräte sind speziell mit Löschmechanismen für Lichtbögen sowie mit Komponenten ausgelegt, deren Kennwerte für die Spannungs- und Stromverhältnisse von Gleichstromkreisen geeignet sind. Die Verwendung eines Wechselstromgeräts in einem Gleichstromkreis birgt ein erhebliches Brand- und Sicherheitsrisiko.